Jan-Christoph Gack

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Update von Ubuntu 10.04 LTS auf 12.04 LTS (Server)

Vorgestern erschien pünktlich die finale Version 12.04 LTS von Ubuntu. Ein direktes Update von 10.04 LTS auf 12.04 LTS ist allerdings (noch) nicht vorgesehen: Die Update Policy der LTS-Versionen verlangt erst ein Erscheinen des ersten Point Releases von 12.04, also 12.04.1.

So aktualisiert man von der letzten LTS-Version 10.04 auf die aktuelle 12.04 LTS, und zwar über die “Umwege” 10.10, 11.04 und 11.10:

Zunächst ist zu prüfen, ob die aktuelle Version des Update-Mangers installiert ist:

sudo apt-get install update-manager-core

Nun wird die Datei /etc/update-manager/release-upgrades editiert:

Prompt=normal

Mit dem Befehl

sudo do-release-upgrade

wird das Update gestartet.

Dies wiederholt man so oft, bis man bei der aktuellen Version 12.04 LTS angelangt ist. Danach setzt man den Update-Pfad auf

Prompt=lts

zurück.

Aufgrund der sehr umfangreichen Änderungen von 10.04 zu 12.04 sollte allerdings genau abgewogen werden, ob man ein Update durchführt. Ich selbst update derzeit nach o.g. Muster nur “weniger wichtige” Systeme und belasse wichtige Produktivsysteme vorerst bei 10.04 LTS.

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apt-get oder aptitude?

Bei auf dpkg-Paketverwaltung basierenden Linux-Distributionen wie Debian oder Ubuntu steht zur komfortablen Verwaltung der installierten, der zu installierenden und der zu entfernenden Software sowie zur Aktualisierung der Paketquellen APT zur Verfügung, das Advanced Packaging Tool.

Zusätzlich existiert aptitude als Frontend für APT. Zudem existiert, jedoch nur noch aus Gründen der Abwärtskompatibilität, dselect.

Bereits seit Debian 3.1 (“Sarge”) wird offiziell aptitude zur Paketverwaltung empfohlen. Kurz gesagt kann aptitude alles, was apt-get kann, und darüber hinaus noch einiges mehr. Dank ncurses-Bibliothek ist aptitude in der Lage, eine grafische (zeichenorientierte) Oberfläche zu bieten. Um diese soll es hier jedoch nicht gehen.

Was Funktionalität und Syntax auf der Kommandozeile angeht, sind apt-get und aptitude im Wesentlichen identisch. Wichtig ist, dass man bei einem System entweder mit den Befehlen apt-get/apt-cache oder mit aptitude arbeitet. Denn beide Frontends verwalten Informationen über installierte Pakete und über Abhängigkeiten in jeweils eigenen Datenbanken.

Mischt man APT mit aptitude, kann es passieren, dass “die linke Hand nicht weiss, was die rechte tut”: Früher oder später kommt es zu Problemen durch die Verwendung von mehr als einem Ort, in dem Paketinformationen (und hier insbesondere Abhängigkeiten) gespeichert werden.

Der Einsatz von aptitude empfiehlt sich aus folgendem Grund:

aptitude führt ein gegenüber apt-get erweitertes Log über installierte Pakete. So speichert aptitude beispielsweise stets, ob ein Paket von einem Benutzer installiert wurde oder vom System selbst aufgrund einer Abhängigkeit. Wurde ein Paket automatisch wegen einer Abhängigkeit installiert, so entfernt es aptitude ebenso automatisch wieder, sobald das übergeordnete Paket deinstalliert wird (und keine weiteren Abhängigkeiten einer Entfernung entgegenstehen).

Verwaiste (nicht mehr benötigte) Pakete kann aptitude somit zuverlässig erkennen und deinstallieren. aptitude erleichtert das Sauberhalten des Systems dadurch ganz erheblich.

Die wichtigsten Befehle sind:

aptitude update lädt aktualisierte Paketquellen herunter. Dies sollte stets erfolgen, bevor weitere Befehle ausgeführt werden.

aptitude upgrade lädt Paketauktualisierungen herunter und wendet diese nach Rückfrage und expliziter Bestätigung an.

aptitude dist-upgrade gestattet das Aktualisieren der gesamten Distribution auf eine neue Version der Distribution.

aptitude install (Paketname) installiert ein bestimmtes Paket.

aptitude remove (Paketname) deinstalliert ein bestimmtes Paket. Eventuell vorhandene Konfigurationsdateien bleiben erhalten.

aptitude purge (Paketname) deinstalliert ein bestimmtes Paket und entfernt im selben Zuge auch eventuell vorhandene Konfigurationsdateien.

aptitude search (Suchbegriff) sucht im Repository nach Paketen.

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